unsere Messenger, wie z.B. Whatsapp, wissen alle unsere Geheinnisse

Messenger, genauso wie Soziale Medien, müssen uns klar und verständlich erklären was sie mit unseren Daten machen

Jetzt kommt Bewegung in die Privatsphäre in Sozialen Medien und Messengern. Die Entscheidung über mangelnde Transparenz in der Datenschutzerklärung von Whatsapp* ist das erste Urteil in einer Reihe von Untersuchungen. Bis es soweit ist wird Facebook diese Entscheidung der Irischen Datenschutzbehörde noch anfechten um die 225 Mio€-Strafe abzumildern. Änderungen sind also erst in Wochen/Monaten für uns sicht- und beurteilbar. Bis dahin wird die Irische Behörde weitere Probleme mit dem Datenschutz bei Facebook anschauen.

Hintergrund: Datenschutzerklärungen müssen der/dem Nutzer:in in einfacher und klarer Sprache aufzeigen wann, wie, welche und wozu Daten über Sie/Ihn erfasst bzw. verarbeitet werden. Artikel 12 der EU-DSGVO schreibt dies allen Anbietern vor. Dies soll eine freiwillige und fundierte Entscheidung zur Datenverarbeitung durch Nutzer:in ermöglichen.

Lange Texte mit vielen Links oder Querverweisen sind kompliziert zu lesen und folgen nicht dem Transparenz-Gebot. Genau dies haben Facebook und Whatsapp bei der Whatsapp-Übernahme (2014) nicht beherzigt. Deshalb muss Whatsapp hier seine Texte verbessern. Sobald das Urteil rechtskräftig ist.

Bereits zum Jahresanfang 2021 durfte Whatsapp ja erfahren, wie sensibel Nutzer:innen bei Zweifeln reagieren. Mehrere Millionen Nutzer:innen kehrten Whatsapp da den Rücken, weil sie Bedenken bei den Regeln haben. Transparentere Regeln tragen dem besser Rechnung. Sonst droht ein weiterer Nutzerverlust zu Gunsten von Signal und Threema.

Neue Texte überzeugen uns restlos, wenn wir  sie komplett lesen können und wollen. Ein vorschnelles „Passt schon“ macht die Arbeit der Datenschutzbehörden wertlos. Die Privatsphäre in Sozialen Medien hätte dann sogar verloren. Und Whatsapp müsste weiterhin mit Zweifeln leben.

Wer die Wartezeit nutzen möchte sollte sich den Beitrag „Jetzt verfügbar – der Privacy-Rechner“ anschauen. Mit selbigen Rechner der Netzpolitik.org. können Sie sich selbst testen.

Thorsten Ziercke

* Fussnote: Whatsapp gehört seit 2014 zu Facebook.